Erobere den Trail - Entspannt in die Saisonvorbereitung
"Weniger ist manchmal mehr"
Wer im Frühjahr fit fürs Bike sein möchte, muß bereits im Winter die Grundlage schaffen -das gilt für uns Mädels wie für Männer. Ernährungswissenschaftlich ist bewiesen, dass Frauen wegen des höheren Fettanteils am Körper leider eher dazu neigen anzusetzen. Zudem benötigt unser Stoffwechsel auch länger, um sich im Frühjahr wieder umzustellen. Wir müssen also in den Wintermonaten noch mehr auf unsere Ernährung achten, um zum Saisonstart nicht jedes Plätzchen bitter büßen zu müssen.
Ein Trainingsplan hilft, eine Struktur in unser Sportprogramm zu bringen, um daraus Trainingseffekte für den Körper zu gewinnen. Einen guten Trainingsplan kann man sich von einem sportmedizinischen Institut maßschneidern lassen. Er basiert auf einem Leistungstest, sollte aber auch die Psyche der Frau berücksichtigen. Denn Frauen sind emotionaler als Männer – ein guter Plan darf also keinen stumpfen Trainingszwang ausüben, sondern soll uns mit vielseitigen Methoden bei Laune halten.
Dennoch ist eine zeitliche und inhaltliche Struktur des Trainings wichtig. Prämisse ist dabei nicht, jeden Tag zu trainieren, sondern die Prinzipien von Be- und Entlastungstagen einzuhalten. Da muss es nicht sein, dass man sich bei schlimmsten Schmuddelwetter nach draußen quält, um seine Grundlageneinheiten laut Plan zu pauken. Besser kann es sein, einen Ruhetag einfach vorzuziehen – denn Motivation ist die Grundlage für sinnvolles Training. Ein entspannter Saunabesuch oder eine Yogastunde sind für die Muskeln eine Wohltat und können mehr bewirken als eine erzwungene Trainingseinheit, gegen die sich Körper und Geist sträuben.
Über jeden Trainingsplan steht immer das eigene Körperempfinden. Wer sich müde und schlapp fühlt, sollte sich einfach mal eine Pause gönnen. Auch spielt es eine untergeordnete Rolle, mit welcher Sportart ich meine Grundlagenausdauer trainiere. Ich mag die Wintermonate immer sehr, da ich mich auch mal anderen Sportarten widmen kann – das kann auch Dysbalancen ausgleichen, weil Muskelgruppen trainiert werden, die man sonst vernachlässigt. Das wichtigste am Training ist, dass es Spaß macht. Diesem Ziel darf man vieles unterordnen. Wer die Grundzüge seines Plans einhält und nicht verkrampft dran festhält, trainiert nicht nur effektiver, sondern geht auch motiviert in die Saison.
Bike, Joggen, Langlaufen, Skitouren oder Trailrunning- manchmal entscheidet ganz einfach das Wetter und die Umgebung über die Disziplin.
Skitouren sind beispielsweise ein perfektes Kraft- und Ausdauertraining für die Bikerin. Zusammen mit einer Freundin lässt sich so der Kaffeeklatsch in eine Brotzeit bei Sonnenschein und Pulverschnee verwandeln. Beim Skitourengehen werden ähnliche Muskelgruppen wir beim Biken beansprucht. Die frische Luft ist gut fürs Gemüt. Auch das Skaten oder der klassische Langlauf sind gute Alternativen zum Biken. Dabei werden noch die Rücken-, Schulter und Armmuskulatur beansprucht. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass deshalb der Körper gleich vielmehr Kalorien verbrennt.
Trailrunning ist ebenfalls ein guter Ausgleich, da die Grundlagenausdauer trainiert wird. Beim Bergauflaufen werden Oberschenkel- und Pomuskulatur gefordert. Wer zu Knieproblemen neigt, nimmt einfach die Gondel bergab. Das vermeidet auch den unangenehmen Muskelkater in den Waden. Wer keine Berge vor der Haustür hat, geht Joggen oder macht Nordic Walking. Beides bedarf nicht viel Aufwand und ist sehr effektiv.
Wer sich intensiver mit dem Thema Training und Saisonvorbereitung beschäftigen möchte, der findet in meinem Buch ein Kapitel mit Trainingsplanbeispielen. (Mountainbiken für Frauen ersch. im Delius Klasing Verlag)
Also los geht's Mädels, die Saison steht schon vor der Tür!

Karen Eller




