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Es ist kein Kunstwerk, die Dämpfung deines Mountainbikes korrekt einzustellen. Einmal ​​​​​​​​​​​eingestellt und deine Federung macht den entscheidenden Unterschied auf dem Trail! Yanick-the-Mechanic von SCOTT-SRAM MTB Racing nimmt regelmäßig die Feinjustierung der Federung des Weltmeisters Nino Schurter vor. Hol dir die Tipps und Tricks von Yanick, um dein Bike richtig einzustellen.


1. Rebound-Voreinstellung, Kompressionshub und Dämpfung

Als Erstes musst du die Federung neutral einstellen. Um die Federung neutral einzustellen, müssen alle vorherigen Anpassungen zurückgesetzt werden. Bitte denke vorher daran, dass du mit den Kleinteilen sorgsam umgehen musst. Vor allem für Anfänger können diese technischen Begriffe eine Herausforderung darstellen. Wenn du über ein bestimmtes Teil unsicher bist, sieh dir die entsprechende Videosequenz erneut an und lies die Beschreibung sorgfältig durch. Du benötigst einen saubere Oberfläche, auf der alle benötigten Fahrradteile ausbreitet werden können, um so nicht den Überblick zu verlieren. Mit der richtigen Organisation und einem vorsichtigen Umgang, kommst du Schritt für Schritt weiter. Drehe zuerst die Rebound-Drehscheibe gegen den Uhrzeigersinn bis zum Anschlag. Stelle anschließend die niedrigste Kompressionsstufe mit dem Drehschalter ein. Einige Federgabeln haben drei Modi (offen, mittel, verschlossen), andere können stufenlos verstellt werden. Der Dämpfer sollte zuvor neutral sein, um auf Basis dessen das perfekte Setup einzustellen. Öffne hierfür die Komprimierung und den Rebound vollständig = gegen den Uhrzeigersinn.


2. Federgabel und Dämpfer aufpumpen

Erhöhe mit einer Dämpferpumpe den Druck in der Luftkammer. Viele Hersteller liefern Tabellen mit den Druckangaben in Relation zum Gewicht des Fahrers, das er auf die Federgabel ausübt, oder machen Angaben darüber in der entsprechenden Bedienungsanleitung. Normalerweise kannst du einen bestimmten Druck von deinem Körpergewicht ableiten – pumpe hierfür den vorgeschlagenen Druck in das Federelement. Vergiss nicht, den Negativfederweg mit voller Fahrausrüstung einzustellen: Helm, Schuhe, Rucksack, Getränke – diese haben ein enormes Gewicht und damit Einfluss auf den notwendigen Druck. Ein korrekter Negativfederweg ist entscheidend! Ein zu hoher Negativfederweg sorgt dafür, dass du zu tief im Federweg sitzt. Dadurch wird der Dämpfer nach unten bewegt und es erhöht sich die Gefahr, dass du mit dem Pedal am Boden schleifst. Ein zu geringer Negativfederweg bietet dir nicht genügend Grip beim Fahren. Du bekommst einen steileren Steuerwinkel und eine härtere Fahrt.


3. Sag (Negativfederweg) einstellen

Der Sag (Negativfederweg) ist die Summe des verwendeten Federwegs, wenn der Fahrer fährt. Denk daran, den Negativfederweg mit der gesamten Fahrausrüstung einzustellen: Helm, Schuhe, Rucksack – diese haben ein enormes Gewicht und somit Einfluss auf die notwendigen Einstellungen. Ein zu hoher Negativfederweg sorgt dafür, dass du zu tief im Federweg sitzt, ein zu niedriger Negativfederweg bietet dir nicht genügend Grip beim Fahren. Stelle die Luftfeder entsprechend dem Gewicht ein. Dies ist sehr wichtig, vor allem, wenn der Fahrer fünf- bis sechsmal so viel wiegt wie sein Bike. Beachte beim Auseinanderbauen deines Bikes, dass es nicht einfedert und sich dein Gewicht nicht nach vorne oder hinten verlagert. Der Abstand zwischen O-Ring und Staubschutz ist der Negativfederweg. Miss die Lücke, 20 mm mit einer 100 mm-Federgabel = 20 % Negativfederweg. Bei einer längeren Federgabel für den Einsatz auf leichten Trails reichen 25 %. Hinten wird ein Negativfederweg zwischen 25 % und 30 % empfohlen.


4. Hinzufügen von Spacern für ein besseres Fahrgefühl

Je aggressiver die Fahrweise, desto mehr Tokens oder Volume Spacer solltest du hinzufügen, um das Ende des Federwegs zu verstärken und ein Durchschlagen zu vermeiden. Ein weiterer Vorteil der Erhöhung des Luftvolumens aufgrund jedes hinzugefügten Tokens ist, dass du 5–10 PSI weniger Druck benötigst. Dies erhöht das Ansprechverhalten bei kleinen Erschütterungen und bietet zudem mehr Support für eine geschmeidigere, griffigere Fahrt.


5. Einstellung der Kompression und Feinjustierung

Dies hat Einfluss darauf, wie schnell sich das Öl im System verteilen kann. Dies kann eingestellt werden, um deine Federgabel und die Heckfederung zu stabilisieren oder zu entsprerren. Unsere SCOTT Sparks verfügen über ein System, das durch Druck auf den Twinloc-Hebel am Lenker, eine vollständige Kontrolle ermöglicht. Das TwinLoc Federungssystem ist ein patentiertes Federungssystem von SCOTT, mit dem man den Federungscharakter und die Geometrie des Bikes gleichzeitig kontrollieren kann. Wenn es ganz geöffnet ist, kann der Fahrer den vollen Federweg nutzen. Im Traction Control-Modus erhöht sich die Kompression der Federgabel für Anstiege ohne auf Empfindlichkeit und Grip zu verzichten. Das Geniale daran ist, dass es zudem das Luftvolumen der Heckfederung reduziert und die Festigkeit erhöht. Außerdem wird der Sag-Point erhöht, wodurch man anspruchsvolle Trails effizienter bewältigt.


6. Einstellen des Rebound und Feinjustierung

Das ist die Geschwindigkeit, bei der die Federung nach der Kompression zum Sag-Point zurückspringt. Ich persönlich liebe die Rockshox-Symbole, eine Schildkröte für den langsamen und den Hasen für den schnellen Modus. Wenn deine Federgabel auf schnell eingestellt ist, fühlt es sich an, als ob du auf einem Sprungbrett oder Pogo-Stab fahren würdest. Teste nun deine Einstellungen. Fahre auf einer flachen Straße, übe Druck auf die Federung aus und achte darauf, wie schnell die vordere und hintere Federung zum Sag-Point zurückspringt. Der vordere und hintere Rebound sollten ähnlich eingestellt sein. Gegebenenfalls kann der vordere etwas schneller eingestellt sein als der hintere. Es ist wichtig, dass du deine Dämpferpumpe kennst. Jede Pumpe verhält sich anders. Nimm deine Dämpferpumpe auf den ersten Fahrten mit, sodass du den Druck korrigieren kannst.


7. Pflege

Halte deine Federgabel und Heckfederung sauber und geschmiert. Nimm hierfür ein silikonhaltiges Schmiermittel oder ein spezielles Produkt für die Federung. Gib etwas Schmiermittel auf ein Papiertuch und streiche es auf die Dichtungen. Drücke die Federung mehrmals durch den Federweg und wische überschüssiges Mittel ab. Somit behält deine Federung ihre Funktion. Warte die Komponenten deiner Federung alle 80 bis 150 Stunden bzw. einmal jährlich.


8. Nino Schurters Präferenzen, Teil 1

Nino bevorzugt ein duales Federungssystem, was ihm mehr Kontrolle auf dem Trail ermöglicht. Er erholt sich schneller und kann so technisch anspruchsvollere Lines fahren. Er bevorzugt eine weiche und progressive Federungseinstellung. Wir verwenden möglichst viele Volume-Spacer in der Federgabel, wodurch wir den Druck etwas senken können. Dies sorgt für eine hohe Empfindlichkeit und gutes Ansprechverhalten bei kleinen Unebenheiten, verstärkt sich jedoch stark bei tiefem Tritt. So ist er auch für große Sprünge gewappnet, vor allem dann, wenn er seine Tricks in der Luft präsentiert. Der Rebound ist in einer schnellen Einstellung und die Komprimierung ist vollständig geöffnet. Darüber hinaus ist das Fahrwerk ausgeglichen, sodass die Federgabel und der Dämpfer harmonisch arbeiten. Eine ausgeglichenes Fahrwerk erhöht die Performance des Bikes, positioniert den Fahrer zwischen den Reifen und sorgt für maximalen Grip und Kontrolle.


9. Nino Schurters Präferenzen, Teil 2

Ninos Einstellung seiner Federgabel beginnt ab 78 PSI, bei maximaler Anzahl der Volume-Spacer und bei der Heckfederung ab 135 PSI. Bei anspruchsvollen Tracks mit mehr Wurzeln bevorzugt er mehr Druck, bei ebeneren Tracks weniger. Dank des TwinLoc Federungssystems können wir den offenen Modus für aggressive Strecken, mehr Kontrolle und Grip optimieren. Ich öffne alle 10 bis 15 Stunden die Federgabel und den Dämpfer, um alle Komponenten zu reinigen, damit sie wie geschmiert funktionieren. Außerdem gebe ich etwas Schmiermittel auf die Dichtungen, um für das Rennen bestmöglich vorbereitet zu sein.


10. SCOTTs patentiertes TwinLoc Federungssystem

Weltmeister Nino Schurter verwendet seit vielen Jahren das TwinLoc Federungssystem und gewann damit mehrere Weltmeisterschaften, Worldcup-Gesamtwertungen und einzelne Worldcups neben zahlreichen anderen Titeln. Nachfolgend findest du Statistiken einer Worldcup Cross Country-Runde in Lenzerheide, die verdeutlichen, wie oft Nino zwischen den Modi im Gelände wechselt. Die meiste Zeit fährt er im Traction Control-Modus, wechselt jedoch je nach Terrain sehr oft in den Descend-Modus und gewinnt so an Vorsprung gegenüber seinen Mitstreitern. Wenn die Anstiege ebener werden oder sich die Gelegenheit bietet, sich so richtig ins Zeug zu legen, schaltet Nino in den Lockout-Modus, der ihm eine effiziente Kraftübertragung garantiert.


Glossar

Fahrradteile Einstellungen Vorteile der Anpassung
Sag-Point (Negativfederweg) Der Negativfederweg ist die Summe des verwendeten Federwegs mit dem Fahrer an Board.
  • Erhöht die Tretlagerhöhe und den Abstand des Pedals zum Boden.
  • Erhöht den Support durch die Dämpfung.
Volume-Spacer / Token In der Luftkammer des Dämpfers angebracht. Bei einem Dämpfer mit vollständig genutztem Federweg ist weniger Platz für die komprimierte Luft verfügbar, weshalb der Druck im Dämpfer höher ist als ohne Spacer.
  • Macht ein Durchschlagen unwahrscheinlicher
  • Stabilerer End-Hub
  • Mit jedem zusätzlichen Token benötigst du 5 bis 10 PSI weniger Druck
Federhärte Bei einem Luftdämpfer wird dies durch den Druck definiert, der auf die Pumpe ausgeübt wird.
  • Je schwerer der Fahrer, desto größer die benötigte Federhärte.
Lowspeed-Druckstufe  Die Kontrolle der Kompressionsgeschwindigkeit, wenn der Dämpfer sehr langsam komprimiert, wie bei kleineren Unebenheiten oder bei durch Treten ausgelöster Federung.
  • Für ein sicheres Fahrerlebnis durch eine zuverlässige Fahrwerkseinstellung.
  • Widerstandsfähiger gegen Stöße
  • Mehr Support, um das Bike über Rollerpassagen und um Kurven zu manövieren.
  • Es wird mehr Energie im Dämpfer als in der Druckfeder abgeleitet
  • Die Federung ist für anspruchsvollere, technische Abschnitte besser eingestellt
Highspeed-Druckstufe Kontrolliert die Kompressionsgeschwindigkeit, wenn das Federelement sehr schnell komprimiert wird, wie beispielsweise bei Stößen gegen einen Stein oder bei der Landung nach einem Sprung.
  • Die Federung arbeitet kontrollierter und bei der Landung nach großen Sprüngen ist mehr Support gewährleistet.
  • Macht ein Durchschlagen unwahrscheinlicher
Lowspeed-Rebound (!: Wenn deine Federung über eine Rebound-Einstellmöglichkeit verfügt, wird dadurch der Lowspeed-Rebound gesteuert) Steuert, wo sich die Ölmenge im Dämpfer verteilt. Der Dämpfer hält dein Gewicht auf langsame, kontrollierte Weise entgegen der Schwerkraft.
  • Für ein stabileres und zuverlässigeres Fahrgefühl
  • Die hintere Federung läuft bei steilen Abfahrten ruhiger
  • Weniger Springen der Federung nach der Landung
Highspeed-Rebound Der Highspeed-Rebound steuert das Rebound-Verhalten bei tiefem Tritt (d. h. das Verhalten aus dem voll genutzten Federweg heraus) und damit das Ansprechverhalten bei starken Stößen.
  • Bessere Kontrolle und Stabilität, um sich von starken Stößen, Talfahrten oder Sprüngen zu erholen

Text: Yanick Gyger & Nick Craig
Fotos: Jochen Haar
Video:  Raineduponmedia


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