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NICHOLS MACHT DEN GROSSEN SCHRITT UND GEWINNT

23 September 2016

Du hast gesagt, du wolltest in den USA bleiben, um dir die Strapazen einer weiten Reise zu einem Rennen zu ersparen. Was hat noch dazu beigetragen, dich für dieses Rennen zu entscheiden?

Im Frühsommer hatte ich ein sehr enttäuschendes Rennen beim Broken Arrow Skyrace in Squaw Valley, Kalifornien. Zu der Zeit hatte ich mich gerade von einer Verletzung erholt und spürte, dass ich ein Rennen gelaufen war, für das mir noch die nötige Verfassung fehlte. Als ich Fünfter wurde, war das für mich ein mentaler Rückschlag. Danach entschied ich mich, etwas anderes zu probieren. Der Gedanke an ein 100-Meilen-Rennen gab mir neue Zuversicht für das Training. Es war wirklich schön, sich auf etwas ganz Neues zu konzentrieren. Da es jenseits meiner normalen Komfortzone lag, merkte ich, dass ich nicht so viel Druck hatte, Leistung zu bringen. Dies führte letztlich zu einem besseren Rennerlebnis für mich.alex-nichols

Foto: © Maddy Schmid 

 

Das erste 100-Meilen-Rennen … Was waren deine Gedanken, Motivationen, Zweifel diesbezüglich?

Da ich nie zuvor etwas gelaufen bin, das dieser Distanz auch nur ansatzweise nahekommt, hatte ich ständige Zweifel bezüglich des Trainings. Ich war nie sicher, wie hart ich trainieren oder wie sehr ich ausruhen sollte. Ich hatte auch große Zweifel an meiner Diät während dieses Rennens und wie sie sich von einem Rennen über 50 oder 80 Kilometer unterscheiden würde. Bei dieser Distanz gibt es so viele unbekannte Faktoren, es war wirklich schwer für mich, zuversichtlich in dieses Rennen zu gehen. In den Tagen vor dem Start war mein einziges Ziel, es über die Ziellinie zu schaffen, da ich nicht wusste, ob ich tatsächlich so lange laufen könnte.alex-nichols

Foto: © Maddy Schmid

 

Du bist das halbe Rennen alleine gelaufen, ehe du als Erster die Ziellinie überquert hast. Abgesehen von der Einsamkeit, welche Gefühle hattest du? Wie hast du es geschafft?

Ich habe nach knapp 50 km die Führung übernommen, aber mein eigentlicher Plan war, bis etwa drei Viertel des Rennens zu warten, ehe ich etwas probiere.alex-nichols

Foto: © Joe Grant

 

Als ich mich plötzlich an einem so frühen Punkt in Führungsposition befand, habe ich eigentlich gehofft, dass mich noch jemand einholen würde. Die Aussicht darauf, 70 Meilen alleine zu laufen, erschien mir nicht sehr erfreulich. Ich hätte lieber etwas Gesellschaft gehabt. Als ich merkte, dass ich allein war, befürchtete ich in den kommenden Stunden, dass mich doch noch jemand überholen würde. Also lief ich vor Angst.alex-nichols

Foto: © Joe Grant

 

Ich denke, diese Angst hat mir geholfen, einen noch größeren Vorsprung auf den Zweitplatzierten aufzubauen. Die Angst, die Führung zu verlieren, ist nie wieder völlig verschwunden. Noch auf den letzten 10 Kilometern habe ich mich nach hinten umgeschaut, um sicherzugehen, dass ich allein war.alex-nichols

Foto: © Tim Bergsten – Pikespeaksports.us

 

Möglicherweise ist es ein bisschen früh, aber die Frage muss doch gestellt werden. Du hast gerade dein erstes 100-Meilen-Rennen gewonnen. Reizt diese Distanz dich noch? Was würdest du noch probieren wollen?

Wenn ich jetzt zurückblicke, denke ich, ich würde gerne noch einmal eine ähnliche Distanz laufen. Ich bin immer ein geduldiger Läufer gewesen und auf diesen Distanzen wird der Geduldige belohnt. Für mich war es ein guter Einstand in diese Distanz, denn das Rennen war weder extrem schnell noch extrem steil. In der Zukunft würde ich gerne an einem steileren 100-Meilen-Rennen wie dem Hardrock 100 oder dem UTMB teilnehmen.

 

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