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Radfahren im Winter: mehr Vorbereitung, weniger Spontaneität

12 Februar 2026

Als ich aus einem Tunnel herausfahre, schlägt mir der Wind seitlich entgegen. Er ist so stark, dass er mich und mein Bike auf die Gegenfahrbahn drängt. Die Straße ist mit Eis überzogen und glitzert unter einer dünnen Schneeschicht. Ich setze meine Füße auf den Boden.

Zwei Tage zuvor hatte ich in Sogndal meine Sachen für eine Radtour durch Südnorwegen gepackt. November. Die Vorhersage versprach trockenes Wetter, aber Temperaturen zwischen –10 und –15 °C. Kalt genug für eine gute Vorbereitung. Kalt genug, um nichts dem Zufall zu überlassen. Das Fahren im Winter schärft die Sinne. Dabei sind das Bike, die Ausstattung und die Wartung genauso wichtig wie die Kleidung. Bei anspruchsvollen Bedingungen hängt der Fahrspaß maßgeblich von einer guten Vorbereitung ab.

Landscape moutains with grey weather

Reifenwahl: Grip statt Geschwindigkeit

Im Winter kommt es vor allem auf die Traktion an. Auf frisch gefallenem Schnee reichen oft schon grobstollige Gravel-Reifen aus. In Gebieten mit Temperaturen um den Gefrierpunkt wird Schnee jedoch schnell zu Eis. Die Straßenverhältnisse ändern sich über Nacht.

Unter solchen Bedingungen sind Spikereifen eine Überlegung wert. Sie erhöhen zwar den Rollwiderstand, aber im Winter geht es schließlich nicht um Geschwindigkeit. Im Winter geht es darum, Ausdauer aufzubauen und kontrolliert zu fahren, statt die eigene Geschwindigkeit verbessern zu wollen.


Two picture side to side showing the SCOTT Gravel bike and Athlete Henna Palosaari riding a gravel Bike

Schutz fürs Bike (und dich)

Schutzbleche zählen zu den einfachsten und zugleich effektivsten Winterausrüstungen. Schnee, Matsch und Sand werden ständig nach oben geschleudert. Schutzbleche halten dich länger trocken, schützen deine Augen und verringern den Verschleiß am Antrieb. Egal ob fest montiert oder abnehmbar – wichtig ist nur, dass du welche hast. Kälte macht auch Schwachstellen in der Wartung des Bikes sichtbar. Feuchtigkeit durch Schnee und Matsch lässt Ketten und Kassetten ungewöhnlich schnell rosten. Darum ist es sehr wichtig, den Antrieb nach jeder Fahrt zu trocknen. Feuchtigkeit lässt sich mit einem Tuch oder warmer Luft entfernen und so Korrosion vorbeugen. Im Winter ist regelmäßiges Schmieren noch wichtiger als im Sommer.

Two pictures side to side showing water frozen and Scott Athlete Henna Palosaari riding a bike in the dark

Flüssigkeitszufuhr und Kleidungschichten

Gute Planung bei der Flüssigkeitszufuhr gehört zu einer guten Vorbereitung. Normale Trinkflaschen frieren selbst bei Füllung mit heißem Wasser schnell ein. Trinkflaschen mit Isolierung oder Thermosflaschen, die in normale Flaschenhalter passen, sorgen dafür, dass du auch auf längeren Wintertouren immer genug zu trinken hast. Bei körperlicher Anstrengung schwankt die Körpertemperatur häufig. Beim Bergauffahren wird Wärme erzeugt, die beim Bergabfahren schnell wieder abgegeben wird. Mit einer zusätzlichen Kleidungsschicht bist du hier flexibel. Eine kleine Rahmen- oder Lenkertasche ist praktisch, wenn du bei Hitze eine Schicht ausziehen und bei Kälte wieder anziehen möchtest.

Two pictures side to side showing a portrait black and white of Henna Palosaari and some snow flakes frozen

Mit Bedacht fahren

Kurze Tage und wechselhafte Straßenverhältnisse prägen das Radfahren im Winter. Ein gemäßigtes Tempo, eine gute Beleuchtung und klare Haltepunkte — meist Cafés oder Unterstände — geben dem Tag Struktur und reduzieren den Druck. Am Ende der Tour ist man zwar müde, aber nichts kam unerwartet.

So ist Radfahren im Winter: weniger spontane und mehr wohlüberlegte Entscheidungen. Wenn das Bike richtig für den Winter vorbereitet und gut gewartet ist, sind Touren bei kaltem Wetter kein Problem und machen richtig Spaß. Das ist der Vorteil, wenn man sein Bike für die kalte Jahreszeit fit macht.

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