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Bralorne, British Colombia

Fernab vom Ende der Welt

Mountainbiken findet idealerweise und normalerweise in Bergdörfern mit einer Einwohnerzahl (oder Fangemeinde) statt, die groß genug ist, um Trail-Netze zu bauen und instandzuhalten. Dies sind die Zutaten, aus denen die Mekkas, wie Whistler, Sun Valley, Kingdom Trails, Surry Hills usw. entstanden sind. 

Das 70-Seelendorf, Bralorne, könnte nicht stärker von der Norm abweichen. Bralorne liegt nördlich von Whistler, dort wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, umgeben von den weltbesten Mountainbike-Trails.



Gold!

Die ersten Grubenfelder dort entstanden in den frühen 1890ern mit der Zusammenlegung von drei großen Minen im Jahr 1897. Daraus wurde die Bralorne-Mine, die dem Ort seinen Namen gab. Eingebettet in den Steilwänden von Caldwalder, am Fuße der Bendor-Gebirgskette, ziehen sich durch dieses enge Tal Stollensysteme von einer Länge von 60 Kilometer. Ab 1914 ging die Pioneer-Mine in Betrieb. Der Zusammenbruch der Kapitalmärkte 1929 und aufgrund des durch die Wirtschaftskrise ausgelösten Goldpreises hatte sich die Mine bis 1932 jedoch verfünffacht. Während des Betriebes von 1932 bis 1971 wurden in der Mine über 3 Mio. Unzen Feingold abgebaut. Die Gegend war während der Weltwirtschaftskrise für British Columbia ein Lichtblick. Hunderte von Männern fanden dort Arbeit und schürften von 1931 bis 1937 Gold im Wert von über 370.000.000 USD. Auch wenn inzwischen das Interesse für die Bralorne-Goldminen wieder aufflackert, stehen die Minen und ihre Nebengebäude seit Jahren leer und man hat sie den Naturkräften und Plünderern überlassen.


“Ehrlich gesagt, hatte ich keine besonderen Erwartungen an diesen Trip. Und selbst wenn, dann hätte ich immer noch total daneben gelegen.  Es war ein richtiger Trip durch das “Hinterland”. Und vor dieser Reise wusste ich eigentlich nicht einmal, was das heißen würde.  Uns wurde gesagt, eine alte Minenstadt mitten im Nichts. Aber all diese faszinierenden Bike-Trails haben mich wirklich aus den Socken gehauen.  Ich habe mich gefragt, wer sie gebaut hat und warum.”

- Andrew Neethling


Die Mannschaft

Ein Kontrast ist immer interessant. Deshalb haben wir einige Fahrer, die du niemals in einer alten Bergbaustadt vermutet hättest, eingeladen, um die Zeit in einer dreistündigen Fahrt von Whistler festzuhalten. Brendan Fairclough, Kyle Jameson und Andrew Neethling, einige der stilsichersten Fahrer, die wir derzeit haben!’

Nachdem Andrew von Kapstadt, Südafrika eingeflogen wurde, Fairclough gerade vom Mt. Saint Anne World Cup zurückkam und Kyle sich vom Norden Oregons auf den Weg machte, konnte unsere Pilgerreise nach Bralorne beginnen. 


Die Lodge

Nach einer Stärkung im Whistler’s Hunter Gather fuhr der Zug ein, der den Fotografen, Blake Jorgenson, zurück zu seinem Haus in Pemberton brachte. Blake hat Bralorne in den letzten 20 Jahren erkundet und übernahm die Doppelrolle als unser Guide und Reisefotograf. Auf der Jagd nach der perfekten Aufnahme im Hinterland von British Columbia gibt es keinen Besseren für diese Aufgabe als Jorgenson. Blake könnte auch der Bürgermeister von Bralorne sein. Nach seiner ersten Fahrt in den Chilcotins verliebte er sich in die Gegend und kaufte sich dort vor 20 Jahren sein erstes Haus. Im vergangenen Jahr erwarb und eröffnete er zusammen mit Freerider, Darren Berrecloth, und dem Schneemobil-Wahnsinnigen, Chris Brown, die Bralorne Adventure Lodge, eine traumhafte Berghütte für zwölf Personen und mit drei Getränkekühlschränken. Als sie an jenem Abend in der Lodge ankamen, hatten sie keine Ahnung, was sie erwarten würde.


Die Fahrt – Bralorne

Bereits der erste Tag des Teams war von einem engen Terminplan bestimmt. Doch bevor es richtig losging, traf man sich in der Lodge zu einem gemütlichen Frühstück und einem anschließenden Warmup zu Bralornes lokalen Trails. Ganz oben auf der Liste stand Michelin Man, ein witziger Trail oberhalb der Stadt, dessen Verlängerung bequem in Blakes Hinterland mündet. Doch was wäre eine Fahrt ohne ein paar falsche Abbiegungen, was wir zum Glück in der ersten Runde wieder ausbügeln konnten. Beim Auswählen verschiedener Shooting-Locations für den späten Nachmittag war die Mannschaft von der Qualität der Trails verblüfft. Die Waldbrände, von denen British Columbia ganzjährig heimgesucht wurde, hinterließen dichte Rauchschwaden. In Kombination mit Nebel und Sonne färbte sich der Himmel leicht orange. Um Zeit zu sparen, nahmen wir den Bus nach Alphagetti und Carl Creek, zwei weitere Perlen inmitten der Hügellandschaft um Bralorne. Erneut war das Team überrascht vom Kaliber der Fahrt, und ehrgeizig stellten wir unsere Aufnahmeliste für den Nachmittag zusammen. Hierbei durfte ein kühles Coors Banquets nicht fehlen.


“Da ich aus dem Rennbereich komme, konnte ich nie an dieser Art Trips teilnehmen. Was mir da alles entgangen ist. Nur mit Bikes und Freunden auf Abenteuertour! Ein mir bis dahin unbekannter Ort mit einem unglaublichen Streckennetz. Was für ein Juwel! “

- Andrew Neethling über Bralorne BC



Die Fahrt – Chilcotins

Einen World Cup Downhiller, einen ehemaligen World Cup Downhiller und einen Freerider davon zu überzeugen, dass ein achtstündiges episches Bergabenteuer eine gute Idee sei, war einfacher als man glaubt. Alles, was man dafür benötigt, ist die Aussicht auf Wild Game-Burger in der Tyax-Lodge! Mit diesem Lockmittel machten wir uns auf den Weg zur klassischen Chilcotins-Fahrt, von Taylor Cabin nach Lick Creek. Lick gilt als eine der nachhaltigsten Abfahrten der Region, und war lediglich drei Bergrücken und 6,5 Fahrstunden entfernt. Der Aufstieg nach Taylor Cabin ist einfach mörderisch, was aber unser Kameramann, Cam Sylvestor, mit Leichtigkeit bewältigte. Wir waren von seiner körperlichen Fitness überwältigt. Mit einer vollständigen Red-Kameraausrüstung auf seinem Rücken erfuhren wir halben Weges, dass wir gegen ihn als ehemaligen Olympioniken keine Chance hatten. Wir ließen Taylor Cabin hinter uns und machten uns auf zum Camel-Pass, einem atemberaubenden Kurzabstieg zu unserem zweiten großen Aufstieg an jenem Tag. Ein schmaler, draufgängerischer Pfad führte hinunter zur El Dorado-Hütte, bevor wir unseren letzten großen Aufstieg vor der unglaubliche Lick Creek-Abfahrt wagten.

Die Chilcotins sind ein Netzwerk alter Schurf- und Pferdepfade, ideal zum ‘ursprünglichen Mountainbiken.’ Die Mountainbikefahrten in dieser Gegend sind logistisch gesehen mit Skipisten zu vergleichen: Die geeigneten Wetterbedingungen und Pfade sind maßgeblich am Erfolg dieser Fahrten beteiligt. Die Chilcotins sind berüchtigt dafür, dass mörderische achtstündige Fahrten in eine nervenaufreibende zwölfstündige Fahrt ausarten können, wenn man sich nur einmal verfährt. Zum Glück lernte Blake aus seinen Fehlern vor 20 Jahren, weshalb uns ein geschmeidiges Fahrerlebnis bevorstand. Lick endet mit einer draufgängerischen Abfahrt auf der Straße, wahrscheinlich der besten Feuerschneise aller Zeiten – anspruchsvoll und schnell mit Fadaway-Jumps, Wild Horses, Grizzly Scats und verrückten Kurven. Eine kurze Fahrt auf der Gun Lake-Straße wurde schnell zum Sprint mit dem olympischen Ziel, ein kaltes Bier und leckeres Dinner in der Tyax-Lodge zu genießen. Die übelst riechenden Menschen in der schönsten Lodge weit und breit zu sein, darf auf keiner Wunschliste fehlen.


“Was für ein einzigartiger Ort. Ich fand es schon verrückt, dass es so weit draußen noch diese unglaublichen MTB-Trails gibt. Mountainbiker sind schon eine Spezies für sich. Ein großartiger Trip. Ich kann es kaum erwarten, zurückzukehren. Dann vielleicht ohne ein Kamerateam ... Damit wir das Erlebnis voll und ganz aufsaugen und diese wunderschöne Gegend bis zur letzten verrückten Minute genießen können.”

- Brendan Fairclough


Die Fahrt – Della Creek

Eine kurze Fahrt von Bralorne entfernt befindet sich etwas außerhalb von Lillooet (meiner Meinung nach) einer der schnellsten Trails von British Columbia, nämlich Della Creek. Im Regenschatten der Coast Mountains gelegen, ist Lillooet für gewöhnlich trockener und wärmer als das Klima um Whistler, was wir auch an diesem Tag mit seinen stickigen 37° C zu spüren bekamen. Della ist ein Kultklassiker unter den Einwohnern von Sea to Sky, wo das Wetter im Frühling und Herbst unverschämt schön und im Hochsommer perfekt staubig ist. Der Trail beginnt hoch oben am Mt. Askom mit Teilstrecken, die nur sadomasochistisch veranlagte Fahrer erklimmen können. Wenn man schlau ist, lässt man sich also mit dem Heli absetzen. Della ist ein langer und schneller Trail, der, auch wenn man wie wir halben Weges startet, 15 Minuten konstant bergab geht. Fairclough hat den Begriff ‘schnell auf einem Trail Bike’ völlig neu definiert, während es Kyle schwindelig wurde bei den potenziellen Freeride-Wegen inmitten der niedrigeren Hügelabfahrten. 

Nach unserer letzten Drohnenaufnahme auf der berüchtigten Rodelbahnstrecke von Della hatten wir es eilig, rechtzeitig in Pemberton anzukommen, bevor die Küche des Pony Espressos’ schloss. Während unserer Tour auf den schönsten Strecken von British Columbia entdeckten wir entlegene Ecken, die man niemals als Vorbereitung auf die jährliche Crankworx-Tradition sehen würde.


“Diese Tage haben wirklich Spaß gemacht: Mitten im Nichts mit meinen Teammitgliedern und Freunden und das machen, was uns am besten gefällt. Den Stress des Alltags hinter sich lassen und einfach ins Hinterland rausfahren.”

- Kyle Jameson


  • Shot By: Cameron Sylvester
  • Still Photography: Blake Jorgenson
  • Post Production: Max Berkowitz
  • Producer/Director: Kevin Landry
  • Accommodation: Bralorne Adventure Lodge